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Welche Angebote gibt es bei Pflegebedürftigkeit

Linda Greber, Leiterin der Abteilung Langzeitpflege des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt, beantwortet die häufigsten Fragen:

Die baselstädtische Alterspflegepolitik spricht sich für ein langes, unabhängiges Leben zu Hause aus. Wie kann dieses Ziel sichergestellt werden und welche Angebote zur Unterstützung gibt es?

Linda Greber (LG): Grundsätzlich verfolgt der Kanton das Credo, so viel Hilfe wie nötig, so wenig Hilfe wie möglich. Der Kanton hat aus diesem Grund eine Beratungsstelle für betagte, pflegebe-dürftige Personen geschaffen. Gemeinsam mit der pflegebedürftigen Person und den Angehörigen ermitteln Pflegeberatende das bestmögliche ambulante oder stationäre Angebot. Die Palette reicht hier vom Mahlzeitendienst bis hin zu finanziellen Beiträgen an die Pflege zu Hause. Erst wenn ein nachgewiesener Bedarf der Pflegebedürftigkeit erreicht ist, erfolgt der Eintritt in ein Pflegeheim.

Welche Angebote gibt es konkret im ambulanten Bereich?

LG: Oft können der Einkauf und das Kochen zu einer grossen Belastung für betagte Menschen werden. Hier können beispielsweise bereits Mittagstische Entlastung bringen. Besteht ein Pflege-bedarf oder ist weitergehende Unterstützung im Haushalt notwendig, so bieten Spitex-Dienste Hand. Die Pflegekosten werden dabei grösstenteils von Krankenkasse und Kanton übernommen. Für an Demenz erkrankte Menschen gibt es zudem spezialisierte Angebote.

Oftmals pflegen Angehörige eine betagte Person. Erhalten sie ebenfalls Unterstützung bei dieser herausfordernden Aufgabe?

LG: In der Tat kann die Pflege von betagten Menschen Kräfte zehrend sein. Einige Pflegeheime bieten daher Entlastungsaufenthalte für pflegebedürftige Betagte an, so dass Angehörige sich zwischendurch erholen können. Ebenso gibt es Tagespflegeheime, die verschiedene Aktivitäten sowie pflegerische Leistungen tagsüber anbieten. Nachtpflegeheime ermöglichen den Angehörigen durchzuschlafen oder soziale Kontakte am Abend wahrzunehmen. Darüber hinaus unterstützt der Kanton die häusliche Pflege durch Angehörige oder private Dritte finanziell, wenn diese täglich mehr als eine Stunde beträgt.

Wie wird festgestellt, ob eine betagte, pflegebedürftige Person noch zu Hause leben kann oder doch in ein Pflegeheim muss?

LG: Pflegeberatende führen eine sogenannte Bedarfsabklärung durch, nachdem eine betagte Person selbst oder beispielsweise ein Angehöriger oder der Hausarzt Kontakt mit der Abteilung Langzeitpflege aufgenommen haben. Die Abklärung findet entweder bei der betroffenen Person zu Hause, im Spital oder in den Büroräumlichkeiten der Pflegeberatenden statt. Die Lebenssituation, die Mobilität und weitere Faktoren werden angeschaut. Ist ein Verbleib in den eigenen vier Wänden nicht mehr möglich, so erfolgt die Vermittlung eines Pflegeheimplatzes.

Und welche Kosten kommen auf die betroffene Person oder auch ihre Angehörigen bei einem Pflegeheimeintritt dann zu?

LG: Grundsätzlich setzen sich die die Kosten für einen Pflegeheimaufenthalt aus zwei Teilen zusammen. Die Pflegekosten werden wie auch bei der ambulanten Pflege durch die Krankenkasse, den Kanton und den Bewohner gemeinsam getragen. Die Kosten für Aufenthalt und Betreuung in einem Pflegeheim bezahlt der Bewohner in erster Linie aus eigenen Mitteln. Subsidiär kommt der gesetzliche Anspruch auf Ergänzungsleistungen zur AHV/IV zum Tragen. Weitere Informationen zu den entsprechenden Beträgen oder auch die finanzielle Beteiligung von Angehörigen bietet die Broschüre „Dienstleistungen für betagte Menschen in Basel-Stadt“.

Weitere Informationen zur ambulanten und stationären Pflege finden Sie hier:

www.gesundheitsversorgung.bs.ch