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Tiere im Heim

Tiere haben auf ältere Menschen einen positiven Einfluss, geben Lebensfreude und Lebensinhalt. Dies umso mehr, wenn jemand sein Leben lang gewohnt war, ein Tier um sich zu haben. Doch was, wenn Herrchen oder Frauchen ins Altersheim übertreten? Was geschieht mit der geliebten Katze, dem Hund, dem Wellensittich? Dürfen sie mit? Immer öfter heisst die Antwort Ja. Oder besser: Ja, wenn Pflege und Betreuung des Tiers gewährleistet und klar geregelt sind.

Bild STS

Der Schweizerische Tierschutz STS hat anfangs Jahr im Rahmen des Projekts "Grizzly" eine schweizweite Studie durchgeführt und rund 2000 Heime angeschrieben. In 82% der rückmeldenden Heime, erklärt Projektleiterin Fabienne Häberli, waren Tiere grundsätzlich erlaubt. Doch welche eignen sich besonders? Die Hitparade der beliebtesten Heimtiere führen die Katzen an, die bekanntlich anhänglich und selbständig zugleich sind. Auch Fische seien pflegeleicht. Hunde brauchten schon mehr Zuwendung, mehr körperliche Bewegung und täglichen Auslauf. Da müsse schon sehr klar geregelt sein, wer sich hauptsächlich um das Tier kümmern kann. Und Welpen sind generell sicherlich nicht empfehlenswertt, so Häberli. Überall gilt: Die Freude der Besitzer darf nicht zu einer Mehrbelastung des Personals führen. Das bedeutet: Gassigehen, Füttern oder Reinigen von Vogelkäfigen oder Aquarien - solche Pflichten überlassen sämtliche Heime nicht dem Zufall und werden vor Heimeintritt klar vertraglich geregelt.

Prädikat: Besonders tierfreundlich

Heimleiter Daniel Steiner mit Hündin Zita

Beispielsweise das Alterszentrum Alban-Breite, in dem zur Zeit zwei Katzen, sechs Wellensittiche und zwei Hunde leben. In seinem Heim setzt Leiter Daniel Steiner – wie bereits sein Vorgänger Adrian Kummer Archiv- ganz bewusst auf die positive Wirkung von Tieren auf die älteren Menschen. Die Katzen sind im Heim geblieben, nachdem deren Besitzerinnen gestorben sind. Die beiden Hunde gehören ihm sowie der Leiterin des Pflegedienstes, Sonja Wernli, und sind Dauergäste an der Zürcherstrasse. Beide nehmen ihre Tiere selbstverständlich zur Arbeit mit. Beide Hunde sind wohlerzogen und nehmen nur Kontakt auf, wenn dies von den Bewohnern auch gewünscht ist. Sie hätten schon oft erlebt, erzählen die beiden, wie dank diesem Kontakt mit dem Tier eigentliche Brücken zum Menschen geschlagen wurden. Wie das Kraulen des Fells, der vertraute Klang des Hechelns eines Hundes Emotionen auslösen können, auch bei sonst ganz in sich versunkenen Heimbewohnern. So hätten sich über das Tier Gespräche ergeben, die ohne diesen Kontakt nicht möglich gewesen wären.

Therapiehund im Marthastift

Auch im neuen Marthastift, dem auf Demenz spezialisierten Pflegezentrum nahe der Burgfeldergrenze, wird auf die Wirkung von Therapeuten mit vier Pfoten gesetzt: Einmal im Monat kommt ein Therapiehund mit seiner Begleiterin ins Zentrum und besucht die Patientinnen und Patienten, die darauf ansprechen und diesen Kontakt mögen. „Demente können nicht selber Verantwortung für ein eigenes Tier übernehmen, erfreuen sich aber trotzdem an diesem Kontakt, geniessen das Berühren, Streicheln, auf den Schoss nehmen, erzählt Aktivierungstherapeutin Ina Buser. Zudem besuche sie regelmässig mit einer Gruppe den Zoo, oder spaziere mit ihnen zum nah gelegenen Rehab, wo Pferde, Esel, Ziegen, Kaninchen und Meerschweinchen leben. „Wir gehen zu den Tieren hin, weil wir selber keine aufnehmen können."

Schön ist natürlich, wenn jemand seinen eigenen Hund oder seine Katze ins Heim mitbringen darf. Am besten erkundigt man sich vor der Auswahl des Heims, wie sich dort die Situation präsentiert.

Ergebnisse der Studie des Schweizerischen Tierschutzes und viele Tipps zu "Tiere und Seniorinnen und Senioren":

Projekt Grizzly

Kontakt: STS Projekt «Grizzly»
Dornacherstrasse 101
4018 Basel
Telefon 061 365 99 99

sts@tierschutz.com

Informationen zu den Basler Heimen:

Curaviva Verband Basler Altersheime

Weitere Auskünfte erteilt auch das Veterinäramt Basel-Stadt