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Private Initiative schafft Kontakt

www.seniorsatwork.ch in Kooperation mit Pro Senectute beider Basel in der Region Basel lanciert.

Gespräch mit dem Gründer und CEO des Basler Start-up's

Seniors@Work hat sich zum Ziel gesetzt, das berufliche Potential von älteren erfahrenen Menschen zu nutzen. Auf der noch jungen Plattform können Privatpersonen, Unternehmen, Vereinen oder Start-Ups mit älteren Berufsleuten in Kontakt zu treten und ihre fachspezifischen Fähigkeiten und Erfahrung für kleinere und grössere Aufträge zu nutzen. Alexis Weil, 28, Absolvent der Universität St.Gallen, hat das Start-Up aus eigenen finanziellen Mitteln lanciert und die Pro Senectute Beider Basel als Partnerin gewonnen. Heute arbeitet er mit einem bereits sechsköpfigen Team am Ausbau und Erfolg der Plattform. Wo steht man heute?

Alexis Weil

aelterbasel: Alexis Weil, erläutern Sie uns kurz die Idee hinter Seniors@Work?

Vor zwei Jahren kam mein Vater ins Rentenalter und da sah ich, wie jemand von einem Tag auf den andern in den Ruhestand kommt. Geistig und körperlich total fit, war immer noch motiviert, weiter zu arbeiten und bereit, seine Lebenserfahrung weiter zu geben und zu nutzen. Nicht zu 100 Prozent, sondern in Teilzeit. Ich stellte fest, dass es da gar nicht so viele Möglichkeiten gibt. Auf der anderen Seite sah ich viele Start-Ups und KMUs, die Unterstützung brauchen könnten, aber nicht die finanziellen Möglichkeiten für die normale Stellenbesetzung haben.

Man denkt also, Seniorinnen und Senioren sind weniger teuer, und bereit, unter dem üblichen Lohn zu arbeiten?

Nein, es geht ganz klar nicht um Lohndumping, sondern darum, Jobs zu schaffen, Jobs, wie es sie so nicht gibt. Nehmen wir etwa an, ein Startup sucht einen Buchhalter und kann sich aber einen festangestellten Buchhalter nicht leisten, während ein pensionierter Buchhalter vielleicht froh darum ist, in einem 20 Prozent Job weiter zu arbeiten. Oder ein konkretes Beispiel, wie sich zwei User auf unserer Plattform gefunden haben: Da war zum einen der pensionierte Architekt, der gerne noch ein paar kleinere Projekte realisieren würde. Andererseits der Landwirt, der eine Remise an seinen Bauernhof anbauen lassen wollte. Für ein übliches Architekturbüro war das kein interessanter, weil zu kleiner Auftrag. Diese beiden haben sich über diese Plattform gefunden. Der Architekt macht es aus Freude, noch etwas Sinnvolles beisteuern zu können und der Bauer freut sich, dass er sein Remisenprojekt ohne allzu grossen Aufwand realisieren kann. Senioren wollen meiner Erfahrung nach keinen Hundertprozentjob, sondern suchen den Austausch mit anderen, haben Freude, noch tätig zu sein. Gratis muss man aber nicht arbeiten. Honorar bedeutet auch Wertschätzung der Arbeit.

Sind Sie als privates Start-up auf Pro Senectute zugegangen?

Wie gesagt, ich kam auf die Idee wegen meinem Vater. Ich habe die Plattform entwickelt, das Konzept in einer Präsentation zusammengefasst und bin dann mit dieser Präsentation zu Pro Senectute Beider Basel, wo man von Anfang an begeistert war vom Projekt. Es gibt einfach noch zu wenig Angebote für die aktiven Senioren unserer Tage.

Wie schätzen Sie heute dieses Projekt ein? Ist es bereits ein Erfolg?

Die Plattform wurde erst vergangenen November, also vor ein paar Monaten, lanciert, wir sind noch in der Startphase. Gleichzeitig ist aber das Feedback der Senioren extrem positiv, denn es gibt viele Plattformen für junge Leute, aber nichts für Ältere. Die Initiative wird sehr geschätzt.

Lohnt sich das für Sie oder für Ihre Partner finanziell?

Noch lohnt es sich finanziell nicht, ich habe das Start-Up mit meinem eigenen Ersparten finanziert, also aus der eigenen Tasche. Aber angedacht ist, dass die Senioren eine kleine Gebühr zahlen und sich das Ganze mit der Zeit selber finanzieren soll. Wir sind erst am Aufbauen. Aber ich glaube an das Projekt und bin überzeugt davon. Es ist eine wichtige gesellschaftliche Frage und die Bereitschaft und das Potential ist da. Davon bin ich überzeugt. Darum war ich auch bereit, gewisse Opfer zu erbringen, etwa auf Lohn zu verzichten und mein eigenes Erspartes einzuwerfen.

125 Suchenden mit erstelltem Profil im Raum Basel stehen derzeit 24 zu vergebende Aufträge gegenüber: wie kann dieses Verhältnis verbessert werden?

Wir müssen die Plattform vermarkten, damit die Leute wissen, dass es dieses Angebot, diese Möglichkeit gibt. Wir sind daran, die Bedürfnisse zu evaluieren. Wir sind noch in der Startphase. Es ging nicht darum, möglichst schnell möglichst viele Senioren auf der Plattform zu haben, sondern es geht um das richtige Matching und die Balance, das ist ist extrem wichtig.

Informationen, wie Sie kostenlos Ihr Profil und Ihre Fähigkeiten auf Seniors-at-Work erstellen finden Sie auf diesem Flyer

oder unter www.seniorsatwork.ch