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0900-Nummern

In der vergangenen Zeit gingen beim Kriminalkommissariat regelmässig Meldungen ein, wonach Personen mit 0900-Nummern «abgezockt» werden.

Ahnungslose Telefonkunden werden zu allen möglichen und unmöglichen Tages- und Nachtzeiten von dubiosen Callcentern oder Anrufcomputern belästigt. Den Angerufenen wird jeweils mitgeteilt, dass sie irgendeinen Preis gewonnen hätten, wobei in der jüngsten Zeit oft Traumreisen in Aussicht gestellt werden. Um den Gewinn in Empfang nehmen zu können, müsse man lediglich auf eine 0900-Telefonnummer zurückrufen, um noch ein paar kleine Zusatzfragen zu beantworten. Oder man erhält ein im Fachjargon als «Herzblatt» bezeichnetes SMS, wo dem Empfänger ein Partnerkontakt angeboten wird, wobei auch in diesem Fall lediglich auf eine 0900-Nummer angerufen werden muss. Wer sich auf einen solchen Rückruf einlässt, der erfährt, dass er oder sie aus einer Vielzahl von Personen «ausgewählt» wurde, an einem grossartigen Wettbewerb teilzunehmen oder muss sich ein endloses Tonband mit Partnerangeboten etc. anhören. Diese Anrufe werden in der Regel mit Musik und der Aufforderung, irgendwelche Nummern einzutippen, unterbrochen mit dem Ziel, die Gesprächsdauer massiv in die Länge zu ziehen und so den Anrufer zu veranlassen, ein langes und vorallem teures Gespräch zu führen.

Damit man nicht Opfer solcher Abzocke wird, möchte die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt dringend raten, bei Gewinnversprechen, Partnerkontakten, Persönlichkeitstests oder bei der Vermittlung von lukrativen Nebenjobs etc. niemals auf eine 0900-Nummern zurückzurufen. Bei dieser Masche geht es einzig und alleine darum, eine möglichst lange Verbindungszeit zwischen dem Anrufer und dem gebührenpflichtigen Telefonanschluss aufrecht zu halten.

Markus Melzl, Kriminalkommissär

Chef Medien und Information, Staatsanwaltschaft Basel-Stadt