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Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung

Selber bestimmen wie es weitergeht

Verliert eine Person ihre Urteilsfähigkeit, kann sie von Gesetzes wegen nicht mehr im Rechtsverkehr tätig sein. Mittels Vorsorgeauftrag kann man vorbeugen und eine Person vorsorglich bestimmen, die notwendigen Angelegenheiten erledigen kann. Es geht dabei nicht nur um juristische oder medizinische Entscheide, sondern auch um Entscheide, die das bestehende Vermögen betreffen. Oft wird bei der Erstellung eines Vorsorgeauftrages auch eine Patientenverfügung in Betracht gezogen. Was ist was? Begriffe und Hilfestellung.

Schwere Erkrankung, Unfall oder Tod: Wer für den Notfall Vorkehrungen trifft, stellt sicher, dass sein Wille weiter gilt – und erspart seinen Nächsten viel Unsicherheit. Doch diese massgeschneiderte Selbstvorsorge ist nicht immer ganz einfach. Das Gesetz setzt ein relativ enges Korsett. Besser also, in guten Tagen das Thema nicht zu verdrängen, sondern aktiv selber in die Hand nehmen. Dazu gehört, dass man sich zuerst in aller Ruhe ein paar Fragen überlegt.

Zuerst stellen Sie sich die richtigen Fragen

Zum Beispiel: Wer soll über meinen Körper bestimmen, wenn ich einen schweren Autounfall oder Hirnschlag erleide und nicht mehr ansprechbar bin? Wie stehe ich zur Organspende im Falle meines Todes? Wer springt ein, wenn ich nicht mehr in der Lage sein sollte, die Steuererklärung selber auszufüllen, Rechnungen zu bezahlen oder Guthaben bei der Krankenkasse einzufordern?

Ohne Vorsorgeauftrag können beispielsweise nur Ehegatten und eingetragene Partner/-innen den urteilsunfähig gewordenen Partner in alltäglichen finanziellen Angelegenheiten vertreten. Ein Vorsorgeauftrag ist deshalb gerade für Konkubinatspartner wichtig, wenn sie nicht später einen staatlich bestellten Beistand erhalten wollen.

Was ist was? Begriffe und Hilfestellung

Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung sind Instrumente des Erwachsenenschutzrechts und sind schweizweit gesetzlich geregelt und vereinheitlicht.

Der Vorsorgeauftrag umfasst die Regelung bezüglich Betreuung und Pflege, Verwaltung des Vermögens sowie der rechtlichen Vertretung bei Eintritt einer Urteilsunfähigkeit. Des weiteren können im Vorsorgeauftrag Weisungen erteilt werden, wie die genannten Aufgaben erfüllt werden sollen.

Die Patientenverfügung regelt, welchen medizinischen Massnahmen die betroffene Person im Falle einer Urteilsunfähigkeit zustimmt oder eben nicht zustimmt. Ebenfalls hält die Patientenverfügung fest, wer im Ernstfall über medizinische Massnahmen entscheiden soll.

Wichtig: Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung haben nur Gültigkeit, wenn sie vor Eintritt der Urteilsunfähigkeit verfasst worden ist!

Muster und Anregungen, wie vorzugehen ist, finden Sie bei diversen Organisationen:

Caritas: Vorsorgemappe – «Selbstbestimmt leben»

Die Vorsorgemappe beinhaltet (auch einzeln) Patientenverfügung, Vorsorgeauftrag, Anordnungen für den Todesfall, Leitfaden zum Testament. Sie kann für CHF 28.-- hier bestellt werden.

Pro Senectute: «Docupass» ist ein Dokumentenpaket für die persönliche Vorsorge, das zusammen mit Expertinnen und Experten aus Medizin, Recht, Ethik und Beratungspraxis entwickelt wurde. Neben praktischen Hilfestellungen und Grundinformationen finden sich darin Vorlagen für die Patientenverfügung, den Vorsorgeauftrag sowie die Anordnungen für den Todesfall. Ein handlicher Vorsorgeausweis fürs Portemonnaie ist mit dabei.

(Preis CHF 19.–- Beim Ausfüllen der Dokumente werden Personen über 60 kostenlos beraten. Pro Senectute beider Basel

Der Beobachter: Ein komplettes Dossier mit hilfreichen Dokumenten und Mustervorlagen für die persönliche Vorsorge finden sich auch im Beobachter-Ratgeber «Ich bestimme» - Mein komplettes Vorsorgedossier. Beobachter-Shop