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Zahnpflege bei an einer Demenz Erkrankten

Zahn- und Mundgesundheit - Ein Stiefkind in der Betreuung von Menschen mit Demenz

Menschen mit Demenz leiden häufig an zusätzlichen Erkrankungen. Hierzu sind vor allem Zahn- und Mundkrankheiten, wie Karies oder die entzündliche Zahnbetterkrankung Parodontitis, zu zählen, da als Folge der herausfordernden Demenzerkrankung die regelmässige Kontrolle und Betreuung durch den Zahnarzt häufig vernachlässigt wird.

Pflegende: Herr B. ist seit ein paar Tagen unruhig und gereizt. Könnte es sein, dass er Zahnschmerzen hat?

Zahnarzt:Wann war Herr B. das letzte Mal in zahnärztlicher Kontrolle?
Pflegende: Das muss mehr als drei Jahre zurückliegen.
Zahnarzt: Ihre Frage zu beantworten wird schwierig werden. Zwölf der verbleibenden 20 Zähne weisen kariöse Läsionen auf und Herr B. kann uns nicht mehr so ohne weiteres mitteilen, ob und wo er Schmerzen hat....

So oder anders könnte ein fiktiver Dialog zwischen Pflegenden und Zahnarzt oder Zahnärztin stattfinden. Fakt ist:

Zahn- und Munderkrankungen finden bei der Diagnosestellung Demenz und bei der Erarbeitung eines individuell zugeschnittenen Behandlungs- und Betreuungskonzeptes noch kaum Berücksichtigung. Dieser Sachverhalt hat eine wachsende Bedeutung für das allgemeine Wohlbefinden von an Demenz erkrankten Menschen, da wir mit immer mehr eigenen Zähnen immer älter werden. Somit können mehr Zähne erkranken und die Belastung des Gesamtorganismus durch orale Entzündungsprozesse zunehmen. Dies führt zu schmerzhaften Beschwerden in der Mundhöhle mit negativen Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden und die Ernährung von Menschen mit Demenz, die leider unterschätzt werden.

Vorbeugen von oralen Komplikationen

Für die Erhaltung der Zahn- und Mundgesundheit ist es deshalb von zentraler Bedeutung, dass bereits bei der Diagnosestellung auch ein in der Behandlung von Menschen mit Demenz erfahrenes zahnmedizinisches Team in die individualisierte Patientenbetreuung einbezogen wird. Auf diese Weise können frühzeitig orale Gesundheitsrisiken in einer Lebensphase erkannt und behandelt werden, in der Betroffene in aller Regel noch kooperationsfähig sind und sich aktiv sowie selbstbestimmt an der zahnärztlichen Betreuung beteiligen können. Zudem erhalten betreuende oder pflegende Angehörige und Bekannte hilfreiche Unterstützung durch das zahnmedizinische Team.