phone-xs phone-sm tablet-md laptop-lg desktop-xl
Das lief im Jahr 2017

Max Gautschi zum Vereinsjahr 2017

Wichtigste Themen: Projekt Sozius, Wohnen im Alter und Generationensolidarität

Das vergangene Jahr 2017 war prall gefüllt mit verschiedensten Aktivitäten, welche die freiwillig tätigen Vorstandsmitglieder unseres Vereins 55+ Basler Seniorenkonferenz (BSK) einmal mehr auf Trab hielten. Diese 14 Vorstandsmitglieder der Dachorganisation 55+ BSK vertreten ja die nun-mehr sieben Mitgliedsorganisationen AVIVO, Graue Panther NWCH, IG60+, NPV, PVR, SVNW und UNIA-Pensionierte in unserem Vorstand.

Noch im Jahr 2016 bestimmte der Vorstand drei Kernthemen „Projekt SOCIUS“, „Wohnen im Alter – bezahlbares Wohnen“ und „Generationensolidarität“, denen sich der Vorstand in den Jahren 2017 und 2018 prioritär widmen soll. Nach dem ersten der beiden Jahre kann ich mit Genugtuung feststellen, dass wir im 2017 diese Vorgabe erfüllt und auch schon einiges erreicht haben.

Max Gautschi Max Gautschi

So konnte beim „Projekt SOCIUS“ am vergangenen 15. November die Informationsstelle für Al-tersfragen nach lang empfundener Vorbereitungszeit unter dem Namen INFO ÄLTER WERDEN ihren Betrieb eröffnen. Im Kanton Basel-Stadt steht ein umfangreiches Angebot an Dienstleistun-gen für ältere Menschen zur Verfügung. Die Vielfalt des Angebots und die grosse Anzahl unter-schiedlicher Anbieter erschweren die Orientierung. Um diese zu erleichtern, wurde die Informa-tionsstelle INFO ÄLTER WERDEN ins Leben gerufen, die mittels professioneller Triage hilft, den Überblick im Sozialen Basel zu erhalten. Diese Informationsstelle ist beim GGG Wegweiser, Im Schmiedenhof 10 in Basel angesiedelt – ist aber auch telefonisch und unter der Mailadresse kontakt@infoaelterwerden.ch erreichbar. Der Vorstand von 55+ BSK hat über Jahre dieses Projekt durch Mitwirkung im Steuerungsausschuss, in Arbeitsgruppen und an den Netzwerktagungen zum Projekt tatkräftig unterstützt – und ist nun erfreut darüber, dass der Start dieser Informationsstelle offenbar gut gelungen ist. Wir werden aber dieses Projekt auch weiterhin begleiten und sind ge-spannt auf die Evaluationen nach 4, 8 und 12 Monaten. 55+ BSK hat dafür gesorgt, dass diese Evaluation ins Projekt aufgenommen und die Finanzierung dafür sichergestellt wurde.

Beim zweiten Kernthema „Wohnen im Alter – bezahlbares Wohnen“ haben Mitglieder des Vorstands im Rahmen der „Arbeitsgruppe Analyse“ bei verschiedensten Stellen recherchiert und daraus entsprechende Erkenntnisse formuliert, welche dann im Vorstand in einen entsprechenden Brief an den Regierungsrat von Basel-Stadt mündeten. Dabei forderten wir vom Regierungsrat unter anderem, dass etwas unternommen werden muss, damit wirtschaftlich schwächere ältere Personen auch nach Totalsanierungen ihrer bisher günstigen Wohnungen wenn immer möglich in „ihrem“ Quartier verbleiben können, in dem sie seit Jahrzehnten leben und verwurzelt sind. Am 6. November wurden wir dann zu einem Gespräch mit einer Regierungsratsdelegation, bestehend aus Elisabeth Ackermann und Lukas Engelberger eingeladen. Weiter bekamen wir eine ausführli-che schriftliche Antwort auf unseren Brief an den Regierungsrat. Das Gespräch fand in einer wert-schätzenden und angenehmen Atmosphäre statt. Doch dort, wie auch im Antwortschreiben zeigte sich, dass die Positionen des Vereins 55+ BSK und der Regierung teilweise noch weit auseinan-der liegen. Dank einer Projektarbeit, welche zwei Master-Studierende der FHNW in Form einer „Bedarfsanalyse für bezahlbaren Wohnraum für Senioren in Basel-Stadt“ zwischen September 17 und Januar 18 durchführten, können wir auch unsere Erkenntnisse aus unseren Recherchen kri-tisch überprüfen und vielleicht dadurch unsere Forderungen an die staatlichen Verantwortungs-trägerInnen noch klarer und umfassender formulieren. Dieses Kernthema wird uns deshalb sicher auch im 2018 weiter beschäftigen.

Das dritte Kernthema „Generationensolidarität“ haben wir bisher erst im Vorstandsausschuss vorbesprochen, diskutiert und das Ganze in einen Entwurf für ein Grobkonzept einfliessen lassen, welches dem Vorstand vorgelegt wurde. Dieses Kernthema wird uns in diesem Jahr stark beschäf-tigen und fordern.

Seit der Delegiertenversammlung (DV) vom 14. Februar 2017 gilt nun das Rotationsprinzip für das Präsidium des Vereins 55+ BSK. Gisela Konstantinidis als Vizepräsidentin und ich als Präsident haben sich in ihrer neuen Rolle gut eingelebt. Mit der Einführung des Rotationsprinzips für das Präsidium war aber die Überprüfung und eine eventuelle Anpassung der Vereinsstrukturen, zu welcher uns die DV vom 28. April 2015 mit ihren Anträgen verpflichtete, noch nicht abgeschlos-sen. Der Vorstand hat deshalb an mehreren Vorstandssitzungen des vergangenen Jahres die An-träge seiner Arbeitsgruppe Analyse diskutiert, teilweise geändert oder ergänzt und zuhanden der DV vom 6. März 2018 verabschiedet – und beschlossen, die diversen vorgeschlagenen Struktur-änderungen im Rahmen eines Pilotprojektes bis Ende 2017 provisorisch anzuwenden. Dadurch sollten Erfahrungen gesammelt werden und Hinweise geben, ob diese ausprobierten Strukturän-derungen sinnvoll sind oder nicht. Am Ende des Jahres 2017 hat dann der Vorstand die Erfahrun-gen, welche im Rahmen des Pilotprojekts gemacht wurden, ausgetauscht und ist zum Schluss ge-kommen, dass sich diese Strukturänderungen als sinnvoll erweisen. So hat vor allem auch der Vorstandsausschuss (VA) seine grosse Nützlichkeit als Vorbereitungsgremium von Themen, Sitzungen u.ä. bewiesen. Dadurch haben wir auch eine klare Effizienzsteigerung unserer Arbeit erreicht.

Im Rahmen dieses Pilotprojekts wurde auch zum ersten Mal die Vertretung des Vereins im Forum 55+ klar geregelt. Diese Vertretung entspricht dem VA, dem der Präsident / die Präsidentin, der Vize-Präsident / die Vize-Präsidentin und zwei vom Vorstand gewählte Vorstandsmitglieder ange-hören. 2017 war aber auch sonst für das Forum 55+ ein Jahr des Neubeginns. Daniel Capone lös-te als Vertretung der Behörden / des Gesundheitsdepartements Philipp Waibel ab und seit Beginn des letzten Jahres wird von den Forumssitzungen ein Protokoll erstellt, welches nach der Geneh-migung auch alle andern Vorstandsmitglieder von 55+ BSK erhalten. Weiter wird die Traktanden-liste für die Forumssitzungen immer vom Präsidenten von 55+ BSK erstellt – und die andern Fo-rumsmitglieder haben dann jeweils die Möglichkeit, diese Traktandenliste noch mit weiteren Trak-tanden zu ergänzen. Auch 2017 zeigte sich, dass es für den Verein 55+ BSK sehr wichtig und nützlich ist, einen institutionalisierten und regelmässigen Kontakt mit den Behörden von Basel-Stadt zu haben. Wir haben im letzten Jahr im Forum 55+ einiges erarbeitet und sind – auch dank dem Protokoll – strukturierter geworden. Trotzdem scheint aber noch Optimierungspotential vor-handen zu sein. Dies auch darum, weil Daniel Capone im neuen Jahr 2018 von einer Mitarbeiterin des Departements entlastet werden soll und er dann für uns mehr Zeit haben sollte.

Wie immer leisteten die Vorstandsmitglieder und allen voran Heinz Gerster für den Muba17-Auf-tritt auf dem „Platz der Generationen“ einen grossen bis sehr grossen freiwilligen Einsatz. Dies beginnt mit der Ideensammlung, geht weiter mit der Grob- und Feinplanung und endet mit den teilweise langen Präsenzzeiten an den Muba-Tagen. Trotz den nach unserer Meinung guten und auf die ältere Generation zugeschnittenen Themen, welche wir an unserem Stand und mit Referaten auf der Bühne thematisierten, war das Interesse des Publikums für uns enttäuschend. Wenn die Präsenz von 55+ BSK an der Muba auch wichtig erscheint, sollte unser Aufwand doch in einem vernünftigen Verhältnis zum Ertrag stehen. (Siehe auch „Bericht zur Muba-Beteiligung“.)

Ein geeigneterer Ort, um die Basler Seniorenpolitik 55+ einem ausgewählten Publikum besser bekannt zu machen, scheint der am 30. September 2017 zum zweiten Mal stattgefundene Marktplatz 55+ in der Markthalle Basel zu sein. Dieser Marktplatz hat ein klares Zielpublikum und so konnten wir an unserem von Heinz Gerster klar und liebevoll gestalteten Stand interessierte Seniorinnen und Senioren über unsere Arbeit informieren.

Neben diesen grösseren Brocken, welche im vergangenen Jahr unsere Zeit stark beanspruchten, haben wir uns aber selbstverständlich auch einigen Tagesthemen und Abstimmungsvorlagen, welche uns Alten betraf, gewidmet. So hat sich der Vorstand von 55+ BSK mit Eingaben an die entsprechenden Stellen und mit Medienmitteilungen vernehmen lassen. Wir warben für die eidgenössische Vorlage „Altersvorsorge 2020“. Wir protestierten gegen die geplanten „Schlies-sungen von Poststellen in Basel – insbesondere der Hauptpost“, gegen die geplante „Aufhebung der Lautsprecherdurchsagen in Zügen und Bahnhöfen“ und gegen die geplanten „Abbaumassnah-men von Billetautomaten bei der BVB“.

Zum Schluss bleibt mir nur der Dank an alle Vorstandsmitglieder. Ich habe die Arbeit im Vorstand im vergangenen Jahr als sehr gut – weil offen, ehrlich, sachbezogen, aber auch lustvoll empfun-den. Danken will ich aber auch für den grossen, freiwilligen Einsatz der Vorstandsmitglieder zum Wohle der jeweiligen Sache und zum Wohle unseres Vereins 55+ Basler Seniorenkonferenz.

MG, Im Januar 2018