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GGG: Gut und gemeinnützig

Mit ihrem vielfältigen Angebot spricht die Basler Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige (GGG) auch, aber nicht nur Seniorinnen und Senioren an. Wie lässt sich von Leistungen dieser Institution profitieren? Handkehrum: Wie kann man sich innerhalb dieser Gesellschaft selber nützlich machen? Antworten von GGG-Geschäftsführer Dieter Erb im folgenden Interview.

Dieter Erb neben Isaak Iselin, Gründer der GGG

Was sind kurz auf einen Nenner gebracht die Aktivitäten und Zielsetzungen der GGG?

Dieter Erb (D.E.): Die GGG engagiert sich in den drei Schwerpunktbereichen Soziales, Bildung und Kultur. Mehr als 1000 Freiwillige, worunter viele Pensionierte, stehen Menschen in Schwierigkeiten beratend und unterstützend bei, die sich beispielsweise im „Dschungel“ des Basler Sozialwesens“ nicht zurechtfinden oder als Fremdsprachige besser Deutsch lernen möchten.

Auf Ihrer Homepage finden sich Hinweise, dass man sich auch bei beruflichen Vorsorgefragen oder in Sachen Rechtsauskünfte an die GGG wenden kann. Was kostet das, und wer kann sich melden?

(D.E.) Die Sprechstunden werden nicht von der GGG selberbestritten. Es handelt sich dabei um Angebote der Advokatenkammer Basel-Stadt sowie des Vereins für Pensionskassen- und BVG-Auskünfte. Eine Konsultation, die als Kurzauskunft zu betrachten ist, kostet jeweils zehn Franken und kann von jedermann, also auch Nichtmitgliedern, in Anspruch genommen werden. Sprechstunden finden einmal wöchentlich bzw. einmal monatlich statt. Eine Voranmeldung vor Ort ist zwingend.

Motiv zur Gründung der GGG anno 1777 war die Bekämpfung der Armut. Welche Bedeutung spielt dieses Thema heute noch?

(D.E.): Die GGG-Gründung fand mitten in der Industrialisierung statt. Sozial denkende Bürger wollten damals etwas gegen die Kehrseite dieser Entwicklung unternehmen. Es ging um existenzielleVerbesserungen: Beispielsweise wurden Arbeiterwohnungen mit genügend Licht und Trockenheit gebaut oder Kindern von Papierarbeitern wurde mit der Gründung einer speziellen Schule Schulbildung ermöglicht. Ziel und Zweck bestand darin, die Lebensbedingungen Unterprivilegierter zu verbessern, nicht einfach Almosen zu verteilen. Diese Zielsetzung gilt auch noch in der Gegenwart. Aber das Angebot hat sich natürlich verändert.

Was heisst das konkret?

(D.E.) Bei der Verbesserung der Lebensbedingungen und der Lebensqualität spielen Bildung und Kultur eine wichtige Rolle. So hilft beispielsweise die GGG Ausländerberatung Migrantinnen und Migranten, sich in Basel zurechtzufinden oder bei GGG Kurse können günstige Sprachkurse besucht werden. Am meisten Besuchende – rund 750000 pro Jahr – verzeichnet allerdings unsere GGG Stadtbibliothek. Sie wird im Laufe der nächsten Jahre im Schmiedenhof noch stark erweitert. Auch in den Quartieren sind die Bibliotheken der GGG überall präsent. Das Angebot wird nach der dort ansässigen Bevölkerung ausgerichtet. Am Bläsiring kann man von einer Integrationsbibliothek sprechen, während in der Zweigstelle Basel-West an der Allschwilerstrasse unter anderem auch englischsprachige Literatur zu haben ist, weil es dort viele englischsprechende Zugewanderte gibt.

Existieren auch separate Angebote der GGG für Seniorinnen und Senioren?

(D.E.) Wir sprechen mit unseren Dienstleistungen grundsätzlich Menschen jeden Alters an. Es gibt ein paar wenige Ausnahmen: Die sehr beliebte Alterssiedlung GGG Bläsistift umfasst rund 30 seniorengerechte Alterswohnungen und wird von älteren Paaren oder Einzelpersonen bewohnt. Es handelt sich um Menschen, die noch weitgehend selbstständig sind und nur in geringem Mass hie und da Hilfe benötigen. Die Alterssiedlung, an deren Standort sich auch die Zweigstelle der GGG Stadtbibliothek befindet, gehört der GGG.

Ein älteres Publikum ist quasi naturgemäss auch bei GGG Voluntas anzutreffen. Dort können sich Interessierte über Patientenverfügungen orientieren lassen. GGG Voluntas vermittelt auch Freiwillige, welche schwerkranke Menschen begleiten und deren Angehörige unterstützen.

Apropos Freiwillige: Kürzlich fand im Theater Basel der Abschluss des Freiwilligenjahres mit rund 1000 Freiwilligen statt. Täuscht der Eindruck, dass Freiwilligenarbeit in erster Linie von Seniorinnen und Senioren geleistet wird?

(D.E.): Die ältere Generation spielt sicher eine wichtige Rolle in der ganzen Freiwilligenarbeit, aber die Jüngeren sind durchaus auch in starkem Ausmass vertreten.

Kämpfen Sie mit Problemen bei der Rekrutierung?

(D.E.): Nein. Glücklicherweise hat die GGG einen sehr guten Ruf. Wir profitieren aber auch davon, dass wir den Freiwilligen durchaus eine willkommene Gegenleistung liefern. Wir sorgen für die entsprechende Aus- und Weiterbildung, was ausgesprochen geschätzt wird. Eine qualitative Befragung einer Studentin hat kürzlich klar zum Ausdruck gebracht, dass die GGG als attraktiver Anbieter für Freiwilligenarbeit erachtet wird. Zudem verfügen wir über einen hohen Bekanntheitsgrad. Dieser wurde durch die Schappo-Preis-Verleihung im 2011 für das Freiwilligenteam des GGG Wegweiser natürlich noch erhöht. Die Freiwilligen des GGG Wegweiser sind eine Art Drehscheibe zwischen Ratsuchenden und sozialen Institutionen in Basel.

Wie muss jemand am besten vorgehen, der sich als Freiwilliger engagieren möchte?

(D.E.): Es gibt eigentlich drei Möglichkeiten: Entweder meldet man sich auf der GGG-Geschäftsstelle oder über die GGG-Homepage direkt bei einer gewünschten Teilorganisation der GGG an. Oder aber man informiert sich auf der Website von GGG Benevol (Tel: 061 261 74 24)

Adresse und Kontakte:

Im Schmiedenhof 10
Postfach 628, CH-4001 Basel

Die GGG-Geschäftsstelle erteilt Auskunft von Mo – Fr , 9 bis 12 Uhr

Telefon: 061 269 97 97
ggg@ggg-basel.ch
http://www.ggg-basel.ch/