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Edith Schweizer-Völker, Volkskundlerin

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Sinn für Geschichten mit besonderer Ausstrahlung: Edith Schweizer-Völker

Unzählige Bücher hat sie geschrieben und Artikel in verschiedensten Medien publiziert: Die Volkskundlerin Edith-Schweizer Völker ist noch immer passionierte Entdeckerin und Wegweisende zu mythischen Orten und historischen Figuren in unserer Region. Wir besuchten Sie in ihrer Wohnung mit Blick auf den Rhein.

Beschrieben habe sie immer nur, was sie mit eigenen Augen gesehen hat, erzählt sie. Und das ist viel. Sehr viel. Die Journalistin und Volkskundlerin, die Fasnächtlerin und Dreiland-Erforscherin Edith Schweizer-Völker hat, rund um die Welt, aber vor allem auch in unserer Region, unzählige Orte besucht, die man vom Hörensagen kannte, hat Erzählungen, Mythen und Brauchtum nachgespürt und über die Jahre einen unglaublichen Reichtum zusammengetragen.

Ein Dutzend Bücher – und zahllose Artikel in verschiedensten Medien - sind so zusammengekommen, angefangen mit dem bekannten «Butzimummel-Narro-Chluri - über Volksbräuche in der Region». Oder das jüngste Buch, «Fasnacht ohne Grenzen – Maskeraden im Dreiland» (IL-Verlag 2015), das fasnächtlich weit über den Tellerrand sah. «Basler kennen (und lieben) nur die eigene, die Basler Fasnacht; dabei gibt es unzählige Fasnachtstraditionen in der Nordwestschweiz, im Elsass und im Badischen, die es alle wert sind, gepflegt und besucht zu werden», erklärt sie.

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Myhen nachspüren

Eines ihrer bekanntesten Werke erschien 2006 im Christoph Merian Verlag: «Mythische Orte am Oberrhein» mit Fotografien von Martin Schulte-Kellinghaus, wurde ein regelrechter Bestseller und findet heute noch, in der 3. Auflage, erfreulichen Absatz. Ein zweiter Band folgte, doch «wir hätten locker drei Bände zusammengebracht», lacht Edith Schweizer-Völker, die mit dem Fotografen Schulte-Kellinghaus über Jahre ein effizientes Team gebildet hat.

Orte, zu denen kein Reiseführer führt

Seien es Klöster, Wallfahrtsorte, Ermitagen, seien es die heiligen Frauen von Mariastein, von Todtmoos oder im elsässischen Thierenbach - um der Sache auf den Grund zu gehen, haben die beiden gemeinsam vor Ort recherchiert. Heute führen sie -ehrenamtlich- die von «Interreg Oberrhein» unterstützte Homepage www.mythische-orte.eu weiter mit Geschichten und Bildern über «Orte, die, wie es dort heisst, «oft gekennzeichnet sind durch ihre besonders schöne Lage in der Natur. Manche weisen eine uralte Geschichte auf, alle haben eine ganz besondere Ausstrahlung». Hinzu kommen jeweils Tipps für Wander- und Velorouten, die von Studentinnen und Studenten der Uni Karlsruhe ausgearbeitet wurden.

Passionierte Geschichtenfinderin und -erzählerin

Viel herumgereist ist sie, und doch ganz sesshaft geblieben. Im Santihans ist sie, kurz vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs, geboren, aufgewachsen und später mit ihrem Mann ins Kleinbasel direkt ans Rheinbord gezogen. Zusammen sind sie durch Europa und Asien gereist, sie studierte, durch die Heirat finanziell abgesichert, das, was sie brennend interessierte: Ethnologie, Anthropologie, Kunstgeschichte und Germanistik. Sie arbeitete als wissenschaftliche Lektorin, als Journalistin in der Stadtillustrierten B wie Basel oder in der Beilage «Dreiland» der Basler Zeitung. Bei vielen anderen Medien war sie dabei, als passionierte Geschichtenfinderin und -erzählerin.

Am Rhein lebt sie noch heute, auch wenn die Ehe zerbrach, einfach ein paar hundert Meter rheinabwärts. Sie liebt diesen Blick vom Wohnzimmerfenster aus, ihr grosser Luxus, ein Blick, der zum St.Johannspark vis-à-vis führt und ungehindert dem Wasser folgen kann, rheinauf- und abwärts. 81 ist sie geworden, doch das gibt man ihr nicht, sie ist fit und alert und neugierig wie eh und je. Und aktiv: Sie engagiert sich u.a. als Mitglied des Gremiums für ein Basler Fasnachtsmuseum (Verein Basler Fasnachts-Welt) und als Co-Redaktorin der mehrsprachigen Quartierzeitung MOZAIK für das Untere Kleinbasel (www.mozaikzeitung.ch), «weil es wichtig ist, dass man weiss, wo man lebt, und zeigt, was sich vor der eigenen Haustür abspielt». Edith Schweizer-Völker hat da wohl schon manchen die Augen geöffnet.