phone-xs phone-sm tablet-md laptop-lg desktop-xl
Reihe Basler Köpfe

Basler Köpfe: Wer uns auffiel

Hansruedi Bachmann – der Einsatz fürs Ganze

Der dritte Basler Kopf: Der PR-Berater

Bekannt wurde er als Mitbegründer der Vereinigung Starke Region Basel/Nordwestschweiz, die ihr dreissigjähriges Bestehen feiert. Hans Rudolf Bachmann mischt auch weit im Pensionsalter mit Lust und Engagement mit, mischt sich gesellschaftlich, politisch ein, zu den verschiedensten Themen. Ruhestand? Aber ach woher.

Das ist vielleicht schon das ganze Geheimnis: «Ich mache grundsätzlich nur, was mir Freude macht.» Das war schon immer so, aber heute erst recht. Acht Jahre, nachdem er sein PR-Unternehmen verkauft hat, zieht Hans Rudolf Bachmann (73), noch immer mit Lust und Energie die Fäden. Als Mitbegründer und heutiger Ehrenpräsident der Schweizerischen Pfadistiftung, als Mitbegründer und Vorstandsmitglied der «Vereinigung für eine Starke Region Basel/Nordwestschweiz», Hansruedi Bachi Bachmann ist in Basel bekannt, fast möchte man sagen »wie ein bunter Hund». In Erinnerung sind sein Einsatz für einen Kanton Basel, den gemeinsamen Rheinhafen, die gemeinsame Universität oder jüngst für die Spitalfusion.

Während zehn Jahren war er für die LDP im Grossen Rat. Als Mitherausgeber eines Buches über die Beziehungen der Schweiz zu Europa denkt er über die Grenzen hinaus, kurz, politisches Denken ist ihm in Fleisch und Blut. Ob er bei der Kür des Preisträgers des Anerkennungspreises der Starken Region (im 2019 der Unternehmer Klaus Endress) mitmischt oder ob er auf der Suche nach neuen Pfadfinder-Lagerplätzen bei Bundesrätin Viola Amherd vorstellig wird: noch immer ist er mit vollem Einsatz dabei. Wenn er von etwas überzeugt ist. Dann bringt er Ideen ein, lässt seine Kontakte spielen, kennt den oder diesen und diese auch noch, greift je nach Situation auf ein fein verästeltes Netzwerk zurück. Doch diesbezüglich gilt, von nichts kommt nichts. Die Pfadi zum Beispiel, seit 35 Jahren seine Herzensangelegenheit, wirke als Türöffner so genial wie gesellschafts- und völkerverbindend. Da sitzt man etwa per Zufall am gleichen Tisch wie alt Bundesrat Hans-Rudolf Merz, und redet - von der Pfadi. Pfadi? «Ich bin der Zapfe» schon streckt sich eine bundesrätliche Hand über den Tisch, und Hansruedi Bachmann, vulgo Trotyl (was so viel heisst wie Sprengstoff und von einer ausgiebigen Liebe zu Chlöpfmaterial in der Bubenzeit zeugt) hat eine neue Ansprechperson.

Vor elf Jahren hat er den Brot-Beruf also offiziell an den Nagel gehängt und weibelt seither ehrenamtlich. Und wenn etwas Schiffbruch erleidet, man diesen oder jenen Misserfolg einstecken muss - so haben wir bis heute keinen Kanton Nordwestschweiz und auch keine vereinigten Spitäler in beiden Basel – verlieren gehört beim gewinnen fast begriffsnotwendig dazu. «Fragen Sie nur den Captain der weltbesten Baseballmannschaft, auch wenn dieser von hundert Spielen achtzig gewinnt, zwanzig hat er verloren.»

Ums Pekuniäre geht es ihm nicht, im Gegenteil, er «will der Gesellschaft etwas zurückgeben». Etwa im Engagement für die Pfadi-Lagerplätze. Rund 400 Sommerlager gibt es in der Schweiz, aber die Plätze dafür rar. Verschwunden wegen der ausufernden Überbauung, wegen der touristischen Erschliessung oder den neu geschaffenen Naturschutzgebieten und so setzte er sich samt Pfadistiftung vor Jahren schon zum Ziel, neue Plätze zu kaufen, zu mieten und überhaupt zu entdecken. Man kam auf die Idee, bei der Militärverwaltung nach aufgegebenen Schiess- und Übungsplätzen nachzufragen oder stillgelegten Flugplätzen, es folgten Vorstösse im Nationalrat durch den Präsidenten der Pfadistiftung Alois Gmür oder Alt-Regierungsrat Christoph Eymann, man zog den Rotaryclub zu Hilfe, sammelte, Spenden hier und Kontakte dort, jedenfalls verfügt die Schweizerische Pfadistiftung heute über 14 neue Lagerplätze. «Das jährliche Lagererlebnis gibt den Kindern und Jugendlichen so viel. Verantwortungsbewusstsein, Improvisation, Naturnähe, Hilfsbereitschaft, Toleranz, Selbstwertgefühl, Kreativität…» Bachmann gerät ins Schwärmen, schon als Bub habe er sich für die Pfadi begeistert und dieselbe Begeisterung treffe er bei seinen Lagerbesuchen auch bei den heutigen Kindern immer wieder an. Wie aus wenig bis nichts viel entstehen kann.

Um Zusammenarbeit geht es ihm, ganz generell, um das Zusammenspannen, das sinnvolle Vereinen der Kräfte. Deshalb zweites Stichwort an diesem Vormittag: Starke Region. Respektive die Vereinigung, die er vor fast genau 30 Jahren mitbegründet hat. Es fallen Stichworte wie das gemeinsame Kinderspital oder die Universität, Meilensteine auf dem Weg des Erreichten bei deren Anschub man ein bischen mitgeholfen hat. Und schnell ist er bei der Vision eines Kantons Nordwestschweiz. Beide Basel, Aargau, Solothurn, Jura. Auch wenn dieser noch in weiter Ferne liege, respektive die Vorstufen jeweils vom Stimmvolk abgeschmettert worden seien. Doch auch kleine Schritte führen zum Ziel. Darum sein Einsatz für die Vereinigung, die er vor 30 Jahren mitbegründet hat, die sich versteht als ein «Zusammenschluss von Persönlichkeiten, die sich für eine positive Entwicklung im schweizerischen Gebiet diesseits des Juras sowie der ganzen Nordwestschweiz einsetzen, als Think-tank in regionalen Fragen.»

So viele Themen werden dort angesprochen, eigentlich alle Bereiche des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens. Und selbstverständlich könnte das Gespräch mit Hansruedi Bachmann noch lange weitergehen. Dass das Leben spannend ist, gibt er einem mit auf den Weg, dass Visionen manchmal aufgehen und manchmal nicht. Dass jeder Einsatz am Schluss zum Ziel führt. Und dass Begeisterung kein Alter kennt.

Wer mehr über die hier angesprochenen Themen lesen möchte: www.starke-region

Oder sich für die Ziele der Pfadistiftung interessiert: www.pfadistiftung.ch