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(V) Peter Meier - Hirzbrünneler, Quart-Gründer

Vielfach engagiert: Peter Meier und 50 Jahre «Quart»

Er war fast sein ganzes Leben im Hirzbrunnen wohnhaft und hat nicht nur seinen Stadtteil geprägt: Der ehemalige Primarlehrer, Grossrat und Gründer der Quartierzeitung "Quart". Ein Besuch in seiner Wohnung am Schorenweg.

50 Jahre, das ist eine unvorstellbar lange Zeit. Und eine beachtliche Leistung. Peter Meier war Mitte dreissig, als er die Quartierzeitung »Quart» gründete, weil das noch junge Quartier «etwas brauchte, um mitmenschliche Kontakte und Begegnungen im Quartier zu fördern». Eine eigene Zeitung sollte über Kulturelles, Politisches, über Gängiges und Queres, Historisches und Künftiges im Quartier berichten - die Skeptiker prophezeiten das Ende nach zwei bis drei Ausgaben. Nun also geht das Blatt mit einer Auflage von 7000 Exemplaren ins 50. Jahr. Peter Meier, 86, hat zwar die Leitung in jüngere Hände gelegt, aber natürlich mischt er immer noch gerne mit. Das hat er oft und viel getan, in dieser Stadt.

Primarlehrer und Politiker

Als Politiker: Er vertrat die CVP im Grossen Rat während insgesamt zwanzig Jahren und hat sich da vor allem als Verkehrspolitiker einen Namen gemacht. Darauf ist er noch heute stolz: Vor gut dreissig Jahren war die Einführung der Vorortslinien BTB (Birsigtalbahn) und BEB (Birseckbahn) bis in die Stadt gefragt. An der Heuwaage und am Aeschenplatz endeten die Linien und man musste umsteigen. Die Regierungen planten einen ‚Binningertunnel‘ – das versprach teuer zu werden, langwierig und kompliziert. Peter Meier, damals Präsident des VR-Ausschusses der BVB, lancierte mit Helfern die einfache Idee des «Theaterbogens». Nach zwei Jahren Planung und Volksabstimmungen war die Einführung perfekt.

Kämpfer für die Jugend

Er, der als ausgebildeter Kaufmann ins Berufsleben gestartet ist, gab seinem Leben auf dem zweiten Bildungsweg eine neue Wende, zum Glück, sagt er. Als Primarlehrer hatte er seine Bestimmung gefunden, und seinen Beruf geliebt. Zahllose Buben und Meitli hat er unterrichtet hat, während 33 Jahren. Engagiert für die Jugendlichen sei er gewesen, sagt er, so hat er einst die Jungwacht in seinem Stadtteil (mit)begründet und war später Präsident des Dachverbandes der Katholischen Jugendorganisationen.

Er half bei der Entstehung eines Quartierzentrums mit. Ein bereits geplantes Riesenzentrum im Gebiet der später vom Volk abgelehnten Bäumlihofüberbauung konnte verhindert werden. Was kam, war das Allmendhaus. Ursprünglich war von Pfarreiheim die Rede, für die Kirche St. Michael, aber das war ihm dann doch zu kirchlich und zu brav. Ein Allmendhaus, das war etwas für Alle - und das «Quart» wurde zum Sprachrohr. Peter Meier der treibende Motor.

Hier sieht er die Störche fliegen

Aufgewachsen an der Hirzbrunnenallee ist er noch heute tief verwachsen mit seinem Quartier, dem Hirzbrunnen. Seit 28 Jahren wohnt er in einem der beiden Hochhäuser am Schorenweg, deren Mieterinnen und Mieter gezwungen werden, ihre Wohnungen zu räumen, um einer umfassenden Sanierung Platz zu machen. Überflüssig, finden viele, zu teuer die anderen. Viele sind dem Druck gewichen und bereits weggezogen. Nicht Peter Meier, er sieht den weiteren Verhandlungen vor Schlichtungsstelle und anderen Instanzen stoisch entgegen. Ihm gefällt der Weitblick über die Stadt bis zum Tüllingerhügel, er sieht Störche fliegen und fühlt sich für einen Umzug eh zu alt.

Nicht zu alt ist er für die vielen sozialen und menschlichen Kontakte, für Begegnungen und Freundschaften. Sie sind sein Leben. Er ist ein äusserst kommunikativer und geselliger Mensch. Da macht ihm das Coronavirus derzeit einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Sich zuhause einigeln, das geht ihm gegen den Strich. Muss aber sein. Gleichwohl trifft er sich an diesem vormittag mit seinen Mitstreiterinnen und -streitern des "Quart" – alle übrigens freiwillig und unentgeltlich tätig- für eine Besprechung der nächsten Ausgabe. Und wo? Er lächelt: Beim Allmendhaus.

Wegen der derzeitigen Coronavirus-Ausnahmesituation ist die aktuelle Ausgabe des "Quart" nur online erhältlich. Die Zeitung kann unter www.quarthirzbrunnen.ch gratis heruntergeladen werden. Im August erscheint zum 50-Jährigen eine grosse Jubiläumsausgabe. Die steckt dann wieder im Briefkasten.