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In der Arena mit Calmy Rey

„Wir Senioren haben etwas zu bieten, es ist bedauerlich, wenn in unserer Gesellschaft auf die Erfahrung und Ressourcen der älteren Menschen verzichtet wird. Beispielsweise mit einer sturen Einhaltung der Alterslimite in der Arbeitswelt.“ Am 7. Januar 2011 begegnete Graue Panther Rita Heinzelmann Bundesrätin Calmy-Rey in der Arena von SF-DRS.

Rita Heinzelmann

Die Dame in Rot in der ersten Reihe

„Wir Senioren haben viel zu bieten“, das ist der Kernsatz ihres Engagements und Motor ihrer politischen Tätigkeit, „schade wenn auf unsere Erfahrung nach der Pensionierung verzichtet wird.“ Dieses Credo will Rita Heinzelmann (64, Mitglied der Grauen Panther, gerne unter die Leute bringen und so zum Nachdenken und Diskutieren anregen. Deshalb freute sie sich riesig, als sie von ihrer ehemaligen Kollegin und TV-Moderatorin Sonja Hasler vom Schweizer Fernsehen angefragt wurde, ob sie als Vertreterin der Grauen Panther in die Arena treten möchte. Am 7.Januar 2011 wollte sich dort die frischgebackene Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey (66) den Fragen der Bürgerinnen und Bürger ihres Landes stellen.

Rita Heinzelmann befürwortet ein Generationen-Mentoring: Der Brückenschlag zwischen den Generationen würde einige Probleme und Defizite in unserer Gesellschaft beheben. Die Vereinsamung im Alter oder die Altersarmut. Sie wünscht sich, dass das Rentenalter flexibilisiert würde, jeder soll selber entscheiden können, wie lange er Lust und Kraft für einen Job hat. Mehr Teilzeitarbeit für Alle, für Junge, was die Familienarbeit erleichtert, mehr Teilzeit für Alte, so wird ihr Know-how dem Unternehmen erhalten.

Das Lampenfieber wuchs, je näher der Arenatag rückte. Sie notierte sich acht Fragen aus den verschiedensten Gebieten, die sie Frau Calmy-Rey stellen wollte. Wenn sie denn dazu käme. Das Lampenfieber wuchs, derart, dass am Tage X, am 7.Januar, der Lebenspartner beschied, „du fährst nicht selber nach Zürich. Ich fahre dich.“

Man(n) und frau traf im Fernsehstudio ein. Alte Bekannte, eine Schulklasse, alle mit Fragen im Kopf, interessante Persönlichkeiten, von Roger Schawinski bis Esther Girsberger. Rita Heinzelmann bezog ihren Platz. In der ersten Reihe, direkt hinter Calmy-Rey. Und wurde ganz ruhig. Acht Fragen im Kopf, von Sterbehilfe bis Palliativpflege, und natürlich Rentenalter. Die Wogen gingen hoch, Kosowo, Ausländer und Konkordanz, bis Sonja Hasler die Dame in Rot, direkt hinter Calmy- Rey, anspricht. Und sie legt los: Wir sind fast im selben Alter, was halten Sie von der Zwangspensionierung, von der Flexibilisierung des Rentenalters?“ Calmy-Rey lächelt weise: Die Erfahrung der Senioren ist sehr wichtig für uns, und lächelt. Drei Tage später gibt England die Kehrtwendung vom starren zum flexiblen Rentenalter bekannt. Aber das ist reiner Zufall.