phone-xs phone-sm tablet-md laptop-lg desktop-xl

Frei und willig

Ein Loblied auf die Freiwilligenarbeit

Tagtäglich leisten unzählige freiwillige Helfer und - noch mehr - Helferinnen auch in Basel wertvolle Gratisarbeit an unterschiedlichsten Fronten. Einmal im Jahr bekommen sie für ihr grosses Engagement ein dickes Lob von höchster Stelle und einen kostenlosen Apero. Das war auch dieses Jahr im Foyer des Theater Basel am 5. Dezember wieder der Fall, am traditionellen UNO-Tag der Freiwilligen.

Überdurchschnittlich oft weiblich, vielfach mitten im rüstigen Senior(innen)alter und tendenziell vermutlich eher gut situiert: So setzte sich auch in diesem Jahr wieder die Schar aus mehreren hundert Personen zusammen, welche sich zum traditionellen Tag der Freiwilligen (immer am 5. Dezember) im Foyer des Theater Basel versammelte. Eingeladen wurden sie von der Basler Regierung, zusammen mit der gemeinnützigen Organisation Benevol sowie dem Seniorenforum Basel. Durch den Abend führte Michelle Bachmann, welche die Koordinationsstelle Freiwilligenarbeit in der Kantons- und Stadtentwicklung leitet.

Diesmal lag es an Regierungsvize Dr. Carlo Conti, die Grüsse und den Dank der Basler Exekutive zu überbringen. Er würdigte die Freiwilligen, die sich unentgeltlich und solidarisch engagierten, sei dies formell (zum Beispiel in einem Verein oder informell (zum Beispiel in der Nachbarschaftshilfe).

Der Basler Gesundheitsminister unterstrich die enorme Bedeutung der Freiwilligenarbeit, auf die jedes Gemeinwesen unbedingt angewiesen sei, auch anhand von Zahlen: 33 Prozent der erwachsenen Bevölkerung im Kanton Basel-Stadt stand im Jahre 2010 gemäss dem Bundesamt für Statistik unentgeltlich und aus freien Stücken im Dienst der Gesellschaft, in absoluten Zahlen während total rund 640 Millionen Stunden. Der Staat sei sowohl mangels personeller Ressourcen wie auch aus finanziellen Gründen unmöglich in der Lage, eine solche gewaltige Leistung zu erbringen. „Ich möchte Ihnen deshalb meinen tief empfundenen Respekt zum Ausdruck bringen“, so Conti.

Trotz der noch grossen Zahl an Freiwilligen müsse man aber auch zur Kenntnis nehmen, dass deren Anteil nach unten tendiere. Im Jahre 2007 seien noch 38 Prozent im Dienste der Gesellschaft gestanden. „Dankbarkeit als Glückshormon, menschliche Nähe und soziale Kontakte“, reicht das auf lange Frist aber noch aus, um genügend Freiwillige zu einer unentgeltlichen Tätigkeit zu motivieren? Dieses Thema schnitt nicht nur Michelle Bachmann an, indem sie auf das Nachfolgeprodukt des heutigen Sozialzeitausweises hinwies: So sollen die Einsätze von Freiwilligen bei Bedarf auch in einem Dossier erfasst und Stellenbewerbungen beigelegt werden können. Informationen darüber können Interessierte bei Benevol einholen (Basel sowie Riehen/Bettingen). Auch Regierungsrat Carlo Conti wies auf ein neu erprobtes Entlöhnungsmodell mit Zeitgutschriften im Kanton St. Gallen hin.

Doch wie sehen die Engagierten ihre Tätigkeit eigentlich selbst? Was motiviert sie zur Freiwilligenarbeit, was würden sie von einer (bescheidenen) Honorierung halten? Drei Mitglieder der „Theaterfalle“ gingen solchen Fragen in der Folge im Gespräch mit dem Publikum nach und führten nach gut Schweizer Manier auch ein paar Abstimmungen durch. Individuelle Antworten und Abstimmungsergebnisse lieferten erwartungsgemäss selten ein einheitliches Bild, ausser bei der Frage, ob eher Männer oder Frauen Freiwilligenarbeit leisteten. Ziemlich klar zum Ausdruck kam auch, dass das Gros der Anwesenden von obligatorischen finanziellen Anreizen nicht viel zu halten scheint.