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Freiwilligenarbeit hoch im Kurs

Wie noch nie zuvor ist im Kanton Basel-Stadt in diesem Jahr auf die Bedeutung der Freiwilligenarbeit hingewiesen worden. Der Abschluss des „Europäischen Freiwilligenjahres 2011“ im Kanton Basel-Stadt ging am 5. Dezember im vollbesetzten Foyer des Stadttheaters über die Bühne.

Grosser Bahnhof für die Freiwilligenarbeit

Soviele Personen wie am Freiwilligentag (traditionsgemäss immer der 5. Dezember) sind im Basler Theater selten anzutreffen. An die tausend Leute, der grösste Teil im jungen Seniorenalter, füllten das Foyer vollkommen aus.

In seiner Ansprache drückte der Basler Regierungspräsident Guy Morin gegenüber den zahlreichen Freiwilligen seine grosse Wertschätzung für deren ehrenamtliche Tätigkeit aus. „Das vielfältige und unverzichtbare freiwillige Engagement dient dem Wohlergehen der ganzen Gesellschaft“, lobte er die Anwesenden.

Der Dankesanlass bildete zugleich den feierlichen Abschluss des Europäischen Freiwilligenjahres 2011 in Basel. Während dieses Jahres bot sich dem Kanton mehrmals die Möglichkeit, sich mit seiner regen Tätigkeit auf dem Gebiet der Freiwilligenarbeit zu positionieren. Erinnert sei an die dreitägige Europäische Freiwilligenuniversität, an das trinationale Bürgerforum unter dem Titel „Tut Gutes tun gut?“, aber auch an die Schappo-Projektverleihungen (siehe auch separate Berichte auf dieser Homepage).

Leider jedoch nimmt die Bereitschaft zur Freiwilligenarbeit ab, wie aus den neuesten Zahlen des Bundesamtes für Statistik hervorgeht. Im Jahre 2010 haben sich demnach 33 Prozent der Wohnbevölkerung in irgend einer Form freiwillig für die Gesellschaft engagiert, drei Jahre zuvor waren es 38 Prozent gewesen. Oder noch prägnanter in absoluten Zahlen ausgedrückt: Innerhalb der letzten drei Jahre ist die Zahl der freiwillig Tätigen u.a. in Vereinen, der Nachbarschaftshilfe oder in vielen Institutionen um rund 300 000 Personen zurückgegangen.

Eine Möglichkeit, diesen Negativtrend zu brechen, sehen die Verantwortlichen in einer Verbesserung der Rahmenbedingungen. Michelle Bachmann, Leiterin der Koordinationsstelle Freiwilligenarbeit innerhalb der Kantons- und Stadtentwicklung in Basel, nennt im Gespräch als Beispiel den sogenannten Sozialzeitausweis. Das sei eine Möglichkeit, um die Freiwilligenarbeit sichtbar zu machen und könnte etwa als Dokument bei einer Bewerbung beigelegt werden. Zum Thema Sozialzeitausweis ist in Basel-Stadt ein politischer Vorstoss (Anzug) hängig. Ein zweiter setzt sich ebenfalls mit der möglichen Förderung von Freiwilligenarbeit auseinander.

Freiwillig? Schappo?

Unter der Regie des Basler Präsidialdepartements ist ein Büchlein* mit dem Titel „Freiwillig? Schappo?“ entstanden, das die Freiwilligenarbeit ins Zentrum stellt und allen Besucherinnen und Besuchern der Veranstaltung im Theater - natürlich kostenlos – in die Hand gedrückt wurde. Es bietet erstens Anlass, sich über das Thema Freiwilligenarbeit einmal grundsätzlich Gedanken zu machen. Das Büchlein stellt zudem alle 26 Projekte vor, die in der Vergangenheit mit dem Schappo-Preis ausgezeichnet wurde. Und nicht zuletzt findet sich auf Seite 36 des Büchleins ein interessanter und vielleicht auch motivierender Satz: „Ältere Menschen, die anderen ehrenamtlich helfen, leben länger“ . Zu diesem Ergebnis kamen Psychologen der Universität Michigan (USA) aufgrund einer Studie mit 1200 Personen.

*Buchexemplare können beim Basler Präsidialdepartement (Telefon 061 267 91 31) oder unter der Mailadresse schappo@bs.ch angefordert werden.

Wenn auch Sie sich freiwillig engagieren möchten: