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DAS (HOHE) ALTER IST WEIBLICH

Grossmütterrevolution

Frauen haben in ihrem Leben viel gearbeitet, haben sich gekümmert um Kinder, Gatten, hochbetagte Eltern – und dafür meist wenig verdient. Wie wirkt sich das auf die Lebenssituation im Alter aus? Eine Podiumsveranstaltung im Nachtcafé Basel, an der viel gefordert, gepowert und gelacht wurde.

Das (hohe) Alter ist weiblich

Man behandelt heute den alten Menschen, wie man früher die Frauen behandelt hat, sagt etwa Angéline Fankhauser, alt-Nationalrätin, „das heisst, man fragt gar nicht, was er oder sie will.“ Autonomie, Würde, Respekt, das sind oft gehörte Worte an diesem Abend im Dezember im Nachtcafé des Theater Basel. Das „Alter ist weiblich“ hiess es auf der Einladung der Abteilung Gleichstellung und der Grossmütterrevolution und die Frauen kamen, in Scharen. Ein paar Jüngere, viele Ältere, und vereinzelt Männer. „Das hohe Alter ist weiblich“, korrigierte Marie Louise-Barben vom Grossmüttermanifest, die das Eingangsreferat zur Podiumsdiskussion hielt. Sie befinde sich mit ihren Kolleginnen aus der Grossmütterrevolution (Grossmütterrevolution) im dritten Lebensalter, in der Phase nach der Pensionierung. Wir sind die Alten, auch wenn wir nicht so genannt werden, sondern Golden oder Best Agers, Silver Surfers oder zumindest „junge Alte“, denen es trotz ein paar Beschwerden gut geht. Die sichtbaren Alten, Zielpublikum von Freizeit- und Ferienanbietern sowie Ernährungs-Kosmetik- oder Sportbekleidungsindustrie.“ Die Probleme stellen sich erst, wenn das dritte Lebensalter ins vierte übergeht.“Hochaltrigkeit, die vierte Lebensaphase, die letzte Phase vor dem Tod. Diese könne ein paar Tage, Wochen, Monate oder mehrere Jahre dauern: Der Alltag kann nicht mehr ohne fremde Hilfe bewältigt werden. Frauen sind von allen Problemstellungen in dieser Lebensphase stärker betroffen als Männer: Sie werden älter, leben öfter allein und sind im hohen Alter finanziell schlechter gestellt. Der Grund liegt auf der Hand, sie haben in ihrem Leben mehr unbezahlte Arbeit geleistet, sogenannte „Care-Arbeit“ - für die Kinder, die alten Eltern, die Schwiegereltern - und haben somit deutlich weniger finanzielle Polster und weniger Rente angespart. „Lebensqualität im Alter ist nicht nur aber auch ökonomisch determiniert.“

Viele Fragen werden an diesem Abend, moderiert von Inés Matéos, angetönt und diskutiert. Ob lakonisch „Uns fehlt nur noch die Seniorenklappe“ (Silvia Schenker) oder pragmastisch „wir brauchen nicht nur Dank, sondern Pflegegutschriften“ oder gar das „bedingungslose Grundeinkommen“, die Wogen gehen, auch im Publikum, hoch. Lösungen werden an diesem Abend in Basel keine erwartet, aber die Bereitschaft, sich mit neuen Denk- und Lösungsansätzen auf das Thema einzulassen. Selbstironisch, aufmüpfig und mit sehr viel Power.

Zum Weiterlesen:

Das vierte Lebensalter ist weiblich - Zahlen, Fakten und Überlegungen zur Lebensqualität im hohen Alter Studie

Yes we care - Care Arrangements in Privathaushalten Basel-Stadt Studie