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Voller Einsatz für den Blues

Ohne ihn gäbe es kein Bluesfestival Basel, keinen Summerblues, und keinen Jazzclub Aesch/Pfeffingen: Louis van der Haegen, 78. Er hat für seine Musik, den Jazz und den Blues, in der Region unendlich viel getan, und er gedenkt noch lange am Ball zu bleiben. Voller Einsatz, freiwillig und über jedes Pensionsalter hinaus- kleine Hommage an Mister Blues.

Blues wischt den Staub von der Seele

Kennengelernt haben wir uns im Foyer des Stadttheaters, an der Feier für die Freiwilligen, die der Kanton jährlich seinen vielen unentgeltlich Tätigen zum Dank für ihren Einsatz ausrichtet. Auch Louis van der Haegen (78) leistet Freiwilligenarbeit. Jede Menge sogar. Unglaublich umtriebig leitet er, unterstützt von Thierry Rueff (als musikalischem Direktor) und Fred Notter (zuständig für Sponsoring und VIP Hosting) seit der Gründung im Jahr 2000 das Blues Festival Basel. Zum 14. Mal hat das Trio es geschafft, die grössten Namen in der Bluesszene nach Basel zu holen, zuerst nach Weil am Rhein ans Stringtime Festival, dann in den Bluestrain auf die alte Hauensteinstrecke, und schliesslich, der Event, vom 9.-14. April auf die Bühne des Basler Volkshauses.

Vom Thuner Gitarristen Philipp Fankhauser bis zum in Chicago ¬lebenden Basler Saxofonisten Sam Burckhardt, Bob Margolin, Earl Cousin und die Living History Band, aber auch Mz Dee, Newcomerin Sharrie Williams, das sind Namen, die KennerInnen und Kennern der Szene wie Milch und Honig runterfliessen. Und dass es der Anhänger in Basel und Umgebung immer mehr gibt, eine immer stattlichere Fangemeinde, dafür sorgt Louis van der Haegen. Mit Leib und Seele. Das ganze Jahr über, freiwillig und unentgeltlich. Man sagt: Er hat nicht den Blues, er ist Blues. Ein mächtiges Beziehungsnetz hat er rund um den Erdball aufgebaut, Verbindungen nach Chicago, der Geburtsstätte des Blues, von seiner Mission für die Musik beseelt, aktiv, leidenschaftlich. Entgegen der usprünglichen Bedeutung „I feel blue“, mache Blues nämlich nicht traurig, sondern glücklich. „Blues wischt den Staub von der Seele“, sagt er, helfe Ängste und negative Gedanken zu überwinden.

Vor dreizehn Jahren sei Basel noch Ödland gewesen in Sachen Blues, Rock’n Roll, Funk, Soul, und all diese Richtungen, die sich aus und mit dem Blues entwickelt haben, mittlerweile ist das Angebot beachtlich. Quasi aus dem Nichts gestampft, von Louis van der Haegen und seinen Freunden. Am anfang war die Liebe zum Jazz.

Vor vielen Jahren leitete van der Haegen – eigentlich Eneergieingenieur und Pionier für Sonnenheizungen- in Luzern einen Jazzclub und holte zum Beispiel Sidney Bechet ins Kunsthaus. Schrieb Jazzkritiken gleich für zwei Luzerner Tageszeitungen, schoss preisgekrönte Jazz-Fotos, später gründete er an seinem Wohnort Aesch den erfolgreichen Jazzclub Aesch/Pfeffingen, JAP, war dessen Präsident während 20 Jahren, war Mitbegründer beim Glaibasler Bluesfescht, dem Summerblues Basel, und, gründete eben, das Blues Festival Basel. BFB.

An der Pressekonferenz im Stücki Zentrum, die den Auftakt zum grossen Event macht, sitzen drei ältere Herren (van der Haegen, Rueff, Notter), es spielen Marco Marchi and the Mojo Workers, sie wippen mit dem Fuss, schnippen Daumen an Mittelfinger. Ist Blues eher etwas für ältere Semester? Louis van der Haegen lächelt, nein, „aber die Alten dürfen auch etwas haben“. Tatsächlich sind die Fans mit den Gründervätern älter geworden. Aber gerade dieses Jahr wird wieder verstärkt die Jugend angepeilt. Mit der kostenlosen PromoNight etwa am Vorabend des Festivals, oder dem Besuch durch Blueslegenden an Basler Schulen während der Festivalwoche… Viel Arbeit für den Freiwilligenarbeiter? Eher viel Kreativität. Viel Leidenschaft. Und sehr viel Glück.

Programm 14th Blues Festival Basel