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Beratung Wohnmöglichkeiten

Wie wohnen im Alter?

Diese Frage stellt sich ganz individuell. Je nach Lebenssituation, nach körperlicher Leis-tungsfähigkeit oder Unterstützungsbedürftigkeit. Basel-Stadt bietet für betagte Menschen eine ganze Palette von Dienstleistungen an. Jessica Brunner, akademische Mitarbeiterin der Abteilung Langzeitpflege im Gesundheitsdepartement, hat die einzelnen Situationen und Angebote zusammengestellt.

Dienstleistungen für betagte Menschen in Basel-Stadt

Die Treppen werden plötzlich steiler. Das Aufstehen und Anziehen braucht mehr Zeit. Das Kochen wird zu kompliziert. Die Augen wollen nicht mehr so richtig. Überhaupt – man möchte alles so wie früher machen, aber es geht nicht mehr. Alt werden kann anstrengend sein. Es braucht Geduld. Und es braucht die Einsicht, dass manches langsamer und nur noch mit der Unterstützung von anderen Menschen möglich ist.

Basel-Stadt verfügt über ein ausgedehntes Angebot an Unterstützungsleistungen für betagte Men-schen. Zudem führt der Kanton eine zentrale Informations- und Fachstelle, die alle Angebote kennt und koordiniert: Die Abteilung Langzeitpflege des Gesundheitsdepartements kann auf sämtliche Fragen rund um die Hilfe und Pflege für betagte Menschen Antworten geben. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten umfassend. Sie sorgen dafür, dass betagte Menschen die angemessene Un-terstützung am richtigen Ort bekommen. Und wenn nötig, vermitteln sie Einwohnerinnen und Einwoh-nern vom Kanton Basel-Stadt einen Pflegeplatz.

Jessica Brunner

So viel Hilfe wie nötig, so wenig Hilfe wie möglich

Das Prinzip der ergänzenden Hilfe und Pflege gilt in der ganzen Alterspflegepolitik des Kantons Basel-Stadt. Hilfe soll nicht abhängig machen, sondern die Selbstständigkeit aufrechterhalten. Konkret heisst das: Betagte sollen – mit Unterstützung durch Angehörige und Spitex-Dienste – so lange wie möglich zu Hause leben können. Dort, wo sie sich am wohlsten fühlen und ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen können. Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, wird der Eintritt in ein Heim sorgfältig geplant. Nicht immer ist es einfach, eine individuelle Situation zu beurteilen und zum Wohle der pflegebedürftigen Person zu entscheiden. Was bedeutet zum Beispiel Lebensqualität für verwirrte, einsame oder verwahrloste ältere Menschen? Die Mitarbeitenden der Abteilung Langzeitpflege versuchen stets, die Sichtweise der Betroffenen einzunehmen und deren Anliegen in den Mittelpunkt zu stellen.

Alles beginnt mit einem Beratungsgespräch

Wo gibt es Hilfe für den alleinstehenden Vater? Bald ins Pflegeheim oder doch noch daheim bleiben? Was kostet ein Pflegeheimplatz? Die Rente reicht nicht für die Spitex – was tun? Welche Angebote existieren für Demenzkranke?

Zu solchen und anderen Fragen gibt die Abteilung Langzeitpflege detaillierte Antworten. Die Pflegebe-raterinnen informieren ausführlich über die verschiedenen Möglichkeiten der Hilfe und Pflege zu Hause oder in einem Pflegeheim.

Das Beratungsgespräch hat zum Ziel, die Situation der betroffenen Person und ihrer Angehörigen zu verstehen, den Bedarf an Betreuung und Pflege abzuklären und individuelle Lösungen zu finden. Auch die Kostenfrage kann offen angesprochen werden. Das Gespräch findet bei der betroffenen Person zu Hause oder im Spital statt. Die Pflegeberaterinnen beziehen soweit wie möglich alle Beteiligten – Angehörige, Spitex, Hausarzt – ein. Aufgrund der Bedarfsabklärung werden Vorschläge unterbreitet und auf Wunsch werden die Betroffenen und ihre Angehörigen bei der Organisation der Dienstleistungen unterstützt.

Unterstützungsmöglichkeiten daheim

Diverse Organisationen haben in Basel-Stadt ein breites Angebot an unterschiedlichsten Dienstleis-tungen aufgebaut. Von Spitex- und Mahlzeitendiensten über Tagespflegeheime bis hin zu Entlas-tungsaufenthalten in Alters- und Pflegeheimen gibt es zahlreiche Angebote, die kombiniert und zu einem tragfähigen Netz ausgebaut werden können.

  • Eine umfassende Übersicht zu den unterstützenden Dienstleistungen inkl. Kontaktadressen und weiterführende Informationen liefert die Broschüre „Dienstleistungen für betagte Menschen in Basel-Stadt“ der Abteilung Langzeitpflege des Gesundheitsdepartements, die gratis bestellt werden kann, oder auch die Website:
    www.gesundheitsversorgung.bs.ch

Wenn die eigene Wohnung baulich nicht mehr den veränderten Bedürfnissen entspricht, sind Senio-renwohnungen eine Möglichkeit, weiterhin in den eigenen vier Wänden wohnen zu können. In Basel-Stadt gibt es über dreissig Alterssiedlungen (teilweise an Pflegeheime angegliedert) und wenige Al-tersresidenzen für gehobene Ansprüche. Die Wohnungen sind hindernisfrei gebaut und seniorenge-recht gestaltet. Teilweise stehen Dienstleistungen wie Betreuung, Haushalthilfe, Mittagstisch und Un-terhaltung zur Verfügung, die den Alltag erleichtern und verschönern.

In den letzten Jahren vermehrt hinzugekommen sind Wohnungen mit Serviceangebot für Betagte, die an Pflegeheime angegliedert sind. Die Pflegeheime bieten in Wohnungen "nebenan" vielfältige Ser-viceleistungen wie 24-Notrufbereitschaft, täglichen Kurzkontakt, Grundbetreuung (Beratung), Woh-nungsreinigung und weitere Dienstleistungen wie Mittagessen oder Wäscheservice an. In naher Zukunft werden weitere solche Wohnangebote mit Serviceleistungen entstehen.

  • Die Adressen der Pflegeheime, welche Wohnungen mit Serviceleistungen anbieten, finden sich auf der Website der Abteilung Langzeitpflege des Gesundheitsdepartements: www.langzeitpflege-bs.ch

Eintritt ins Pflegeheim?

Wann ist es nötig und sinnvoll, die eigene Wohnung aufzugeben und ins Heim umzuziehen? Oft wird die Situation von Betroffenen und Angehörigen unterschiedlich eingeschätzt. Die Pflegeberaterinnen der Abteilung Langzeitpflege unterstützen einfühlsam bei der Entscheidungsfindung. Der Eintritt in ein Pflegeheim erfolgt erst, wenn

  • die Möglichkeiten der Hilfe und Pflege zu Hause ausgeschöpft sind,
  • eine Bedarfsabklärung stattgefunden hat und der Bedarf für einen Pflegeplatz nachgewiesen ist,
  • die/der Betroffene bereit ist, in ein Heim einzutreten.

Die Anmeldung für einen Pflegeplatz in einem Basler Pflegeheim kann nur bei der Abteilung Langzeitpflege erfolgen. Für Riehen und Bettingen sind die Gemeindeverwaltungen zuständig. Provisorische Anmeldungen sind nicht möglich. Auf dem Kantonsgebiet stehen den Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Basel-Stadt über 3000 Pflegeplätze an rund 40 Standorten zur Verfügung. Sie sind fast alle mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar

So erreichen Sie die
Abteilung Langzeitpflege: Gerbergasse 13, 4001 Basel
Tel. 061 205 32 52

Dieser Artikel ist erschienen in Synapse Juli 2014