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Neue Sachbücher - Alter sachlich

Biografie

Porträt einer Basler Linken: Anita Fetz

Um kein Wort verlegen, offen und authentisch, bei Bedarf provokativ – Anita Fetz blieb sich treu, ihre ganze politische Karriere lang. Zuerst als junge Grossrätin der damaligen «Progressiven Organisationen Basel» POB, später als SP-Nationalrätin und während sechzehn Jahren als erste Ständerätin für den Kanton Basel-Stadt.

Der erfahrene Journalist Markus Sutter, unter anderem früher Chefredaktor beim Baslerstab, hat in seiner neu erschienen Biografie «Anita Fetz- Politik mit Lust und Mut» der erfolgreichen Politkerin ausgiebig und ausführlich auf den Zahn gefühlt.

Woran lag es, dass sie jede Wahl, zu der sie antrat, auch gewann? Dass sie sich über dreissig Jahre in der Politik nicht nur durchsetzen, sondern die Wege ebnen konnte für Anliegen, die es normalerweise nicht eben leicht haben: Gleichstellung, Frauenpolitik, soziale Gerechtigkeit. Dem Phänomen «Fetz» ging Markus Sutter in stundenlangen Gesprächen mit der heute 63-Jährigen nach. Kritisch und neugierig. Sie sei keiner Frage ausgewichen und habe keine Antwort gescheut, schreibt er in seinem Vorwort. Herausgekommen ist ein absolut lesenswertes Porträt einer erfolgreichen Politikerin und Unternehmerin, die aus ihrer linken Gesinnung nie einen Hehl machte, sich nicht verbog und das Kunststück vollbrachte, von links bis rechts respektiert zu werden.

Süffig, informativ und sehr persönlich: Eine Rundsicht auf dreissig Jahre persönlich erlebte Zeitgeschichte, von der OFRA bis zur Anti-AKW-Bewegung, von Höhepunkten und Tiefschlägen und viel Pragmatismus.

Markus Sutter: «Anita Fetz- Politik mit Lust und Mut, Zytglogge-Verlag, 245 S. 34 Franken.

Mut und Anregung

In seinem Essayband "Herausforderung Alter" - Plädoyer für ein selbstbestimmtes Leben" macht der promovierte Gerontologe Markus Leser, Mitglied der Geschäftsleitung von CURAVIVA Schweiz, Lust, sich mit dem Thema Alter unvoreingenommen zu befassen. Von Goethe bis Walser, vom Basler Totentanz bis zur Nationalen Palliative Care Strategie untersucht Leser historische und aktuelle Modelle und Ansätze und regt an, zumindest gedanklich neue Wege zu gehen und gesellschaftliche Entwicklungen und Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen. Warum reden wir von "Überalterung und nicht "Unterjüngung" , warum ist die demografische Alterung der Gesellschaft vor allem eine Kostenfrage, zu der Schlagworte wie "Notstand Alter" oder "Alters-Tsunami" ungestraft die Runde machen können? Warum werden über 50-jährige TV-Moderatorinnen vom Bildschirm weg in die hinteren Redaktionsräume verbannt? "Warum wird jemand zum Sterben aus dem Kranken- ins Badezimmer verbannt?" Und: Ist "Sex im Alter" peinlich? Und warum heisst es beim Vorstellen eines neuen Ansatzes gleich: Was kostet es? noch bevor gefragt wird, worum es geht und wohin er führen könnte?

Seinen Leserinnen und Lesern will der promovierte Gerontologe Markus Leser, Geschäftsführer von Curaviva Basel-Stadt, vor allem mehr Freude am Älterwerden werden vermitteln. Denn ein selbstbestimmtes Leben ist auch für hoch betagte, pflegebedürftige Menschen möglich. Die Beschäftigung mit dem Alter und dem eigenen Altern ist so alt, wie es Menschen gibt - für jeden einzelnen lohnt es sich, rechtzeitig überkommene Vorstellungen in Frage zu stellen. Ein mit viel Sachkunde amüsant und griffig geschriebenes Buch, das Mut macht, seinen Horizont zu erweitern.

Markus Leser dazu selbst: "Wenn wichtige Fragen des eigenen Älterwerdens nicht besprochen werden, wenn Entscheidungen nicht getroffen werden – aus welchen Gründen auch immer – wenn das Alter tabuisiert wird, steht oft am Lebensende statt der meist gewünschten Selbstbestimmung eine Fremdbestimmung durch andere.... "

1. Aufl. 2017, 248 Seiten, kartoniert, Verlag: Kohlhammer, ISBN 978-3-17-029771-5 Preis Fr. 28.70, auch als e-book erhältlich