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Eine Plattform vemittelt

Dank Internet Kontakte knüpfen: www.sozialkontakt.ch

Sehr viele alte Menschen sind nach dem Verlust des Partners oder der Partnerin einsam. Doch Abhilfe gäbe es schon: Neue Kontakte knüpfen. Vor sieben Jahren wurde deshalb das Online-Portal sozialkontakt.ch gegründet. Hier werden Hobbies geteilt, Freundschaften geknüpft - und manchmal die Liebe gefunden.

Hanna (40) möchte ihr soziales Netzwerk erweitern und nette Leute kennen lernen. In ihrer Freizeit geht sie gern wandern, macht Sport, kocht gerne. Oder Husi (60) sucht eine liebe Frau zum Wandern, Velofahren und mehr. Kristina (50) möchte Anschluss an eine Musikgruppe und drei französisch Sprechende suchen Interessierte für ein Feierabendbier, Kinobesuche oder sonstige Aktivitäten… 778 Menschen haben derzeit im Raum Basel ihr Profil auf sozialkontakt.ch aufgeschaltet. Schweizweit sind es rund 4000. Die Plattform richtet sich ausdrücklich an alle Altersklassen, eignet sich für alle Freizeitaktivitäten, will Interessierte aller Art zusammenbringen. Und: Sie ist für Nutzerinnen und Nutzer absolut kostenlos.

Aelterbasel.ch unterhielt sich mit dem Gründer der Plattform, dem gebürtigen Basler und Informatiker Roland Huster (50): Bild: Susanne und Roland Huster

Aelterbasel: Was ist die Idee hinter Sozialkontakt? Schildern Sie doch kurz, wie es zur Gründung der Plattform kam.

Roland Huster: Meine Frau Susanne arbeitet als Angestellte der Spitex und hat bei ihren Besuchen sehr oft festgestellt, dass viele Menschen, vor allem Ältere, total allein und vereinsamt leben. Es war eigentlich purer Idealismus, der uns dazu brachte, diese Plattform ins Leben zu rufen. Am Anfang war unsere Zielgruppe ziemlich klar definiert: Ältere, Behinderte, Migranten. Wir haben den Tauschgedanken in den Vordergrund gestellt. Das hat sich aber nicht bewährt, respektive, hat zu wenige angesprochen. Heute richtet sich die Plattform wirklich an jedermann oder jedefrau.

Stichwort frau: Es sind vor allem Frauen, die soziale Kontakte aber auch einen Partner im Internet suchen. Weil Männer im realen Leben mehr Möglichkeiten haben? Oder weil Frauen offener sind?

Zwei Drittel der Nutzer sind Frauen, das ist richtig, ein Drittel sind Männer. Das Durchschnittsalter liegt bei den Männern bei 46, bei Frauen bei 47 Jahren. Die Beliebtheit der Plattform wächst quasi linear, es kommen rund 350 neu aufgeschaltete Profile pro Monat dazu, die Seite wird rund tausende von Malen pro Tag angeklickt. Also der Bedarf ist da. Aber gleichwohl sind Frauen da aktiver, was genau der Grund ist, kann ich nicht sagen.

Im Gegensatz zu anderen Plattformen ist auf sozialkontakt.ch sowohl das Aufschalten von Inseraten wie das Nutzen der Plattform gratis. Wer zahlt Ihren persönlichen Arbeitseinsatz?

Niemand. Wir haben zwar x-fach und alle möglichen Gesuche an staatliche oder private Instanzen gestellt, doch bis jetzt haben wir nur Absagen bekommen. In meinen Augen fehlt es einfach an einer überregionalen Koordination für soziale Projekte in der Schweiz. Jeder pflegt sein Gärtli. Es ist also auch weiterhin viel Idealismus dabei (lacht).

Sie vermerken ausdrücklich die Webseite sei keine Dating-Plattform. Was haben Sie gegen Partnervermittlung im Netz?

Nichts. Wir wünschen uns einfach eine Durchmischung, sowohl von den Alters -Jahrgängen wie auch von den Interessen. Zudem ist es für eine Onlineplattform essentiell, dass sie nicht missbraucht wird und letztlich für alle attraktiv bleibt. Es sind deshalb viele spezifische Filter eingebaut.

Eines der grössten Probleme im Alter ist die Einsamkeit. Nutzen ältere Menschen tatsächlich das Internet um ihre sozialen Kontakte zu erweitern?

Es herrscht tatsächlich immer noch ein grosses Misstrauen gegenüber dem Internet, und den sozialen Medien allgemein. Wir erreichen nur Menschen, die zuhause einen Laptop haben und gewohnt sind, damit umzugehen. Das Nutzen des Internets wird sich in den kommenden Jahren ganz entscheidend verändern, das gilt vor allem für die Rentnerinnen und Rentner der Zukunft.

Wie schätzen Sie heute den Erfolg der Plattform ein? Haben Sie Rückmeldungen, ob die Leute dann tatsächlich neue Kontakte knüpfen?

In den letzten zwölf Monaten wurde via die Webseite rund 17'500 Mal Kontakt aufgenommen. Das können wir feststellen. Ob die Menschen sich dann auch tatsächlich getroffen haben, sehen wir nicht. Aber ich würde sagen, es ist wie im realen Leben: Manche Kontakte sind zielführend und manche nicht.

www.sozialkontakt.ch