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Sturzprävention

Der Sturz ist kurz – die Reue lang. In der Schweiz ereignen sich jährlich ungefähr 300'000 Stürze mit Unfallfolgen. Jeder oder jede Dritte über 65 Jahren stürzt ein Mal pro Jahr. Sturz-Spezialisten gehen da­von aus, dass etwa 15 Prozent der Stürze eine Verletzung zur Folge haben, etwa zehn Prozent der Gestürzten müssen hospitalisiert werden und drei Prozent erleiden einen Knochenbruch. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, das Risiko zu minimieren.

Was kann ich tun?

Sehr oft bagatellisieren die Betroffenen ihre Stürze. Sichtbar werden sie oft erst durch Verletzungen. Das ist der Moment, um genauer hinzusehen und etwas gegen die Stürze zu unternehmen. Die erste Massnahme ist die Kontrolle der Wohnung und des Umfelds. Typische Sturzfallen sind Teppiche, Schnurtelefonapparate, kleine Ti­sche, Abfall- oder andere Säcke, die achtlos herumstehen. Wenn Stürze auch nach dem Wegräumen der Fallen erfolgen, sollten unbedingt der Hausarzt aufgesucht werden, um die Ursachen herauszufinden und mit einer geeigneten Therapie das Risiko zu vermindern.

Die meisten Unfälle ereignen sich zu Hause – und das bei Verrichtungen, die wir schon tausendmal getan haben. Wichtig also: Typische Gefahrenstellen in der Woh­nung vermeiden. Schon kleine Änderungen können viel bewirken. Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Tipps geben, wie Sie Stürze vermeiden können und wei­terhin sicher durchs Leben gehen:

Stolperfallen sofort beseitigen

Ein Teppich auf einer rutschigen Unterlage lädt direkt zu einer unfreiwilligen Rutsch­partie ein; legen Sie unter solche Teppiche einen rutschfesten «Stopper». Aufgepasst auch bei Teppichbrücken: Hier geraten Sie leicht ins Stolpern. Sind die Türschwellen wirklich notwendig? Ebenso sind auf dem Fußboden liegende lose Kabel große Ge­fahrenquellen; lassen Sie diese unbedingt fachgerecht verlegen. Oft ist der Platz zwischen den Möbeln schlichtweg zu eng, denn auch mit einer Gehhilfe müssen Sie sich sicher in Ihrer Wohnung bewegen können. Deshalb: Platz für die «Wege» in der Wohnung schaffen.

Rutschfallen im Badezimmer

Eine rutschfeste Badematte in der Badewanne oder Dusche hat schon so manchen Sturz verhindert. Hilfreich sind außerdem gut erreichbare Handgriffe in Dusche und Wanne sowie neben der Toilette. Auch eine Toilettensitzerhöhung kann helfen, «wa­ckelige» Momente beim Aufstehen zu vermeiden.

Eine Wasserpfütze kann sich schnell in eine gefährliche Rutschfalle verwandeln – wischen Sie deshalb Wasserpfützen immer gründlich auf.

Gefahrenquelle Küche

In der Küche sollte alles gut zu erreichen sein. Das Ein- und Ausräumen von Tellern, Töpfen usw. darf keine Anstrengung verursachen – vermeiden Sie deshalb zu hohe Schränke. Balancieren Sie nicht mit vielen Tellern beladen durch die Wohnung. Bes­ser: das Essen einfach und ohne Risiko mit einem Küchenwagen durch die Wohnung transportieren.

Sturzgefahr auf der Treppe

Eine Treppe ohne Handlauf oder ohne Geländer ist immer gefährlich. An einer glat­ten Wand können Sie sich schließlich nicht fest halten. Für fast alle Hausflure und Wohnungen sind im Fachhandel geeignete Geländer erhältlich.

Nicht im Dunkeln tappen

Im gesamten Haushalt ist eine helle, aber nicht blendende Beleuchtung wichtig. Das gilt insbesondere für den Bereich der Treppen und den Weg vom Schlafzimmer ins Badezimmer. Achten Sie auf gut erreichbare Lichtschalter – auch die Nachtisch­leuchte sollte vom Bett aus bequem einzuschalten sein. Übrigens: Ohne Betätigung eines Schalters können Lampen nachts mit Bewegungsmeldern angeschaltet wer­den. Auch hier berät Sie der Fachhandel gerne über für Sie passende Lösungen.

Die richtige Kleidung

Auch mit der richtigen Kleidung können Stürze vermieden werden: Bevorzugen Sie eine bequeme, aber nicht zu weite Kleidung, mit der Sie an Möbelstücken hängen bleiben könnten. Viele Senioren rutschen beim nächtlichen Toilettengang aus – mit Anti-Rutsch-Socken können Stürze verhindert werden. Gerade bei älteren Men­schen, die sich schwer tun, Schuhe mit Fersenhalt anzuziehen und häufig über kalte Füße klagen, kann so Angenehmes und Nützliches miteinander verbunden werden. Socken mit einer Rutschhemmung sind im Fachhandel erhältlich. Schuhe mit einer Absatzhöhe von mehr als 4 cm können das Sturzrisiko erhöhen – besonders dann, wenn der Absatz nur eine kleine Auftrittfläche hat. Besser sind Schuhe mit möglichst niedrigen Absätzen, die Ihnen aber einen festen Fersenhalt bieten. Klettverschlüsse an den Schuhen erfordern nur ein Mindestmaß an Geschicklichkeit beim Schließen und haben den Vorteil, dass Sie nicht über offene Schnürsenkel stolpern können. «Schlappen» sind im Alter immer eine Gefahr für die Gangsicherheit.

Und für den Fall des Falles

Das Telefon sollte immer gut erreichbar sein, um mög­lichst schnell Hilfe herbeiholen zu können. Ein «mobiles» Telefon ist von daher sicher eine sinnvolle Unterstützung. www.sichergehen.ch

www.bfu.ch